Küchenschrank

Wenn man den Begriff “Küchenschrank” hört oder liest, dann fragt man sich – welcher? Der Oberschrank, Unterschrank, die Ecklösungen, die offenen um Teller einzeln nebeneinander statt übereinander zu verstauen? Welcher?

Nun, vielleicht der, der unten Schubladen und geschlossene Türfronten hat und oben einen Glasvitrinen-Aufsatz. Vielleicht ist er ein Küchenbuffet. Vielleicht auch eine einfache Vitrine komplett aus Glas oder ein Metallschrank, weil wir das Design eines Spinds mögen. Eigentlich ist unser Küchenschrank doch einfach der Schrank, der in unserer Küche steht und entsprechend auch ort-bezogene Utensilien verbirgt. Wie ein Stummer Diener, aber ein besonderer.

Aber wirklich individuelle Einzelstücke findet man eher in kleinen Läden, eher bei Antiquitätenhändlern, die nebenbei Möbel aufarbeiten. Und ganz oft findet man sie tatsächlich auf Flohmärkten, weil die meisten Menschen heute lieber mehr Platz an die Einbauküche verteilen als an ein Unikat. Denn so ein Schrank muss ja auch ein bisschen Platz rechts und links haben, um seine Schönheit zeigen zu können.

Und wer seinem Küchenschrank diesen Raum verschafft, der nutzt ihn auch hauptsächlich für schöne Dinge. Das wertet beide – den Schrank und die Dinge – gleichermaßen auf. Da werden alte Sammeltassen und die Vase in Meißner Porzellan aufbewahrt. Und mit einem Vitrinen-Oberteil können die Gäste diese sogar ebenso bewundern wie das Service, das den Weltkrieg überlebt hat und schon allein dafür einen Ehrenplatz verdient. Die nie gebrauchten, aber von einem lieben Verwandten zu Weihnachten bekommenen Likörgläser und vielleicht sogar eine alte Spieluhr. Alte Dinge soll man in Ehren halten. Und auch dabei kann ein Küchenschrank helfen.