Offene Wohnküche
Bei allen Trends der letzten Jahre im Bereich des Hausbaus und des Wohnens überhaupt war wohl kaum einer so deutlich wie der hin oder zurück zur offenen Wohnküche. Wie bei unseren Groß- und Urgroßeltern vor und zwischen den Weltkriegen wird die Küche bei uns wieder wirklich ein zentraler Punkt des Hauses. Und nicht nur bei Parties, wenn am Ende alle in Küche stehen – egal wie klein diese ist. Die Familien nutzen das Essen und dessen Zubereitung wieder als Gemeinsamkeit. Ein schöner Trend, eine schöne alte Tradition lebt wieder. Und die braucht eine schöne Umgebung. Schließlich gilt auch hier: aus alt mach neu.
Das zeigt sich im Mix der Möbel. Das selbst aufgearbeitete Küchenbuffet vom Flohmarkt und der von den Großeltern geerbte Esstisch stehen neben den Elementen einer Edelstahl-Markenküche und bilden mit Stühlen aus dem schwedischen Möbelhaus auf seltsame Weise ein absolut rundes Bild in Harmonie und Gemütlichkeit.
Die geschlossene Wohnküche kann genauso harmonisch und gemütlich gestaltet und eingerichtet sein, doch ist man dann eben richtig in der Küche. Die offene Wohnküche hingegen gehört irgendwie mehr zum Lebensraum selbst, vielleicht passen sogar die Geschirrtücher und Tischsets zu den Sofabezügen im angrenzenden Wohnzimmer. Oder auf dem Küchenboden findet man pflegeleichte Teppiche, die den Wohncharakter unterstreichen. In jedem Fall hat der Trend der offenen Raumgestaltung den Effekt, dass die Familienmitglieder mehr voneinander mitbekommen und so mehr miteinander teilen. Der so wachsende Familienzusammenhalt ist den Familien meist am Anfang noch gar nicht bewusst. Doch fragt man Menschen mit einer solchen offenen Wohnküche, ob sie ihre Küche beim nächsten Mal eher wieder als Küche in sich geschlossen bauen würden, dann wird diese Frage ganz sicher verneint. Grund genug sich diesem Trend anzuschließen und ihn auch in kleine Wohnungen zu übernehmen. Viel wichtiger ist doch, einen abgetrennten Raum zum Schlafen zu haben. Die Küche aber ist ein Raum zum Leben und zum miteinander Sein.