Singleküche

Single. Wer ist schon gern Single? Und dann auch noch eine Küche für Singles? Klingt wie Junggesellenhaushalt. Irgendwie ein bisschen abwertend. Was assoziiert man mit einer Singleküche?

Kleiner Raum, minimale Ausstattung aber vom Feinsten, Microwelle als wichtigstes Gerät, alles verchromt oder in Hochglanz lackiert, piccobello sauber, selten genutzt, schnell wieder aufgeräumt. Ganz ehrlich? Selten so gelacht!

Als Single kann man, genau wie als Paar, entweder kochen oder man kann es nicht. Man hat eine Küche, die man benutzt wird, oder eine, die man nur zum Kaffeekochen am frühen Morgen betritt. Als Single braucht man die gleichen Kochtöpfe, Kochlöffel und Herdplatten wie als Großfamilie. Und das Kochen hat den gleichen Aufwand. Fleisch, Kartoffeln, Sauce und Gemüsebeilagen werden in der Singleküche nicht schneller gar als bei den Meistern Schubeck und Mälzer.

Also alles Humbug. Gut verdienende Singles, die sich ein eigenes Haus oder eine große Wohnung leisten können, haben auch eine große Küche. Und in kleinen Mietwohnungen sind die Küchen naturbedingt auch klein. Da viele Singles eher in kleinen Apartments leben ist vielleicht der Mythos, dass die Singleküche einer sogenannten “Puppenküche” gleicht entstanden. Witzigerweise habe ich meine hübsche, adrette Puppenküche dem Realtitätstest ausgesetzt. Mit Herd und kochen versteht sich. Hat eine Woche lang gehalten. Dann war sie halb abgefackelt und unbrauchbar.

Was das heißt? Die Singleküche ist ein Mysterium. Es gibt sie gar nicht, denn nur weil der Bewohner Single ist, ist es die Küche noch lange nicht.